Der Wal, das eigene Kopfkino oder der Knoten ist geplatzt! ☺

Das mit dem Blogen ist nicht unkompliziert, wenn man ein Thema hat, welches einen sehr beschäftigt, über das man aber nicht wirklich schreiben kann. So geht mir das mit der Arbeit, aber da mich dieses Thema in der letzten Woche dominiert hat, versuche ich es dann doch mal.

Die ersten Wochen waren nicht leicht für mich, denn ich musste mich in einer verhältnismäßig passive bzw. beobachtende Position begeben, einfach weil ich erst mal lernen musste, wie diese spezielle Produktion funktioniert. Grundsätzlich gibt es zwar ein immer gleich bleibendes Grundkonstrukt meiner Arbeit, trotzdem hat jede Produktion Ihre ganz persönliche Eigendynamik, die man erst mal verstehen muss.

Für mich ist das eine schwierige Zeit weil ich zum einen jemand bin, der gerne mitspielt und zum anderen, weil ich in dieser Zeit immer meine Fähigkeiten in Frage stelle. Obwohl ich jetzt schon seit über 20 Jahren eine berufliche Wanderin bin und schon so oft in neuen Firmen/Produktionen angefangen habe, ist es doch jedes Mal wieder eine verwirrende und verunsichernde Zeit. Dass es jedes mal so ist, hat der Liebste mir gestern Abend klar gemacht. In den letzten zwei Tagen ist bei mir der Knoten geplatzt, wie man so schön sagt! 🙂

Oder ich könnte auch sagen, das ich jetzt emotional in meinem Job ankomme. Darüber sprachen der Liebste und ich gestern Abend und er hat so süß geschmunzelt, weil er mir meine Erleichterung so angemerkt hat und ich natürlich auch gut gelaunt nach hause kam. Er meinte es wusste, das es genauso kommen würde und das ich mich bei jeder neuen Produktion am Anfang mit Selbstzweifeln quälen würde und das nach ein paar Wochen, immer besagter Knoten platzen würde. Er hat mal wieder absolut Recht. Mit dieser Phase scheint es so zu sein, wie mit den Wehen bei einer Geburt, egal wie schlimm sie sind, man scheint es vergessen zu können. Wahrscheinlich ist das auch gut so, weil es sonst nur Einzelkinder geben würde.

Aber diesmal fand ich es besonders quälend, weil ich nicht wusste, ob es mein ganz normaler Wahnsinn ist, oder ob es was mit meiner Auszeit zu tun hatte. Ich hatte Angst, das ich vielleicht nicht mehr für den Job geeignet bin, ich fühlte mich so fremd oder auch isoliert von meinen Kollegen. In Eine für einen selbst Neue, aber trotzdem bereits bestehende Produktion reinzukommen, ist ein bisschen wie die Ankunft in einem fremden Land, dessen Sprache und Sitten man nicht versteht. Man erkennt die grundsätzlichen Richtung der Kommunikation, versteht aber nicht was die Fremden einem sagen wollen! 🙂

Es gibt einen Film „Der 13te Krieger“ mit Antonio Banderas, der einen Araber spielt, der mit 12 Wikinger Kriegern los ziehen muss und am Anfang kein Wort versteht. Nächtelang sitzt er mit Ihnen am Feuer und hört sie reden. Nach ein paar Wochen fängt die Sprache an sich raus zu kristallisieren. In den letzten Wochen habe ich mich ein wenig wie Antonio Banderas, nur mit weniger schlechtem Lifting, gefühlt. Aber jetzt verstehe ich meinen neuen Stamm langsam! 🙂

Die Unsicherheit ob der Job mit dem ich mich schon mein ganzes Erwachsenen Leben beschäftige, vielleicht nicht mehr das richtige sein könnte, hat mich mehr gestresst, als ich selbst gemerkt habe. Eigentlich hab ich erst mitbekommen, als der Stress am Freitag von mir abfiel, was ich immer am deutlichsten, im Gesicht des Liebsten sehen kann. Manchmal braucht man einen anderen Menschen, um sich selbst richtig sehen zu können.

Keiner kann einen selbst, besser in Frage Stellen, als man sich selbst. Ich hatte letztes Wochenende ein Erlebnis, über das ich jetzt sehr lachen muss, was mich aber zu dem Zeitpunkt, extrem gestresst hat. Eine Kollegin schrieb mir Freitag Abend eine Mail und fragte, ob wir am nächsten Tag telefonieren könnten, die hätte ein Gespräch gehabt, das auch mich betreffen würde.

Kennt Ihr diese Hitze, die im Gesicht hoch zieht, wenn man denkt, das man was angestellt hat und jetzt Ärger kriegt? Es hat so ein brennendes Prickeln. Mir schossen in Zehn Sekunden, gefühlte 100 Gedanken durch den Kopf: Die wissen, das ich noch nicht richtig angekommen bin und Ihre Sprach noch gar nicht spreche! Ich hab zuviel gefragt! Ich hab zu wenig gefragt! Ich war nicht präsent genug! Ich bin zu präsent! Ich bin zu laut! Ich bin zu leise! Und noch einige mehr. Dieses schlimme Gefühl bei etwas erwischt worden zu sein, aber nicht zu wissen bei was. So ein Gefühl bekommt man nur, wenn man sowieso von Selbstzweifeln gequält wird. Da ich nicht so oft an mir zweifle, kann ich mit diesem Gefühl nicht so gut umgehen.

Es stellte sich dann heraus, das es nur um ein paar „To Do’s“ ging und da die Kollegin wusste, das ich immer gerne früh im Büro bin, wollte sie mir schon mal bescheid sagen, damit ich sozusagen einen Vorsprung hatte. Nichts kann schöner oder aber auch schlimmer sein, als das eigene Kopfkino! 🙂

Jetzt ist der Knoten geplatzt und ich bin wieder in meiner beruflichen Persönlichkeit angekommen. Das in Kombination mit der Tatsache, das ich mich im Moment extrem wohl mit mir selbst fühle, versetzt mich in den letzten 24 Stunden in einen anhaltenden Glückszustand und ich merke, das ich den ganzen Tag lächle! 🙂

Überhaupt ist das ein Wochenende mit Plänen auf die ich mich durch die Bank weg freue. Heute Abend feiern wir den Geburtstag einer unserer liebsten Freundinnen nach, das tun wir immer in Form eines leckeren Abendessens und einem anschließendem Spielabends. Und morgen gehen wir auf so etwas wie eine Konzertparty, zumindest klingt es so für mich, wo ich Menschen treffen werde, mit denen ich wirklich gerne zusammen bin. Ich hab es ja schon im letzten Eintrag geschrieben, wenn man sich wieder wohl mit sich selbst fühlt, genießt man auch wieder mehr das Zusammensein mit anderen Menschen.

An dieser alten Weisheit „Du musst Dich selbst lieben, sonst kann Dich auch kein anderer lieben“ ist viel mehr dran, als man meint. Ich denke das man schon geliebt werden kann, das Problem liegt wohl eher darin, das man es den anderen einfach nicht glaubt!

Alles in allem bin ich gerade, im hier und jetzt, sehr zufrieden mit der Welt und mir. Der Sport am Morgen trägt dazu viel mehr bei, als ich es mir je erträumt hätte. Er gibt mir positive Energie für den Tag. In ca. sechs Wochen werde ich mal wieder einen Termin für ein Kontrolltraining machen und mich auch mal wieder ausmessen, damit Ihr und ich wisst, wie sich der Körper so entwickelt…;-)

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2 Kommentare zu “Der Wal, das eigene Kopfkino oder der Knoten ist geplatzt! ☺

  1. Meine Liebe!

    Ich sollte deinen Text ausdrucken und vervielfältigen und allen denen geben, die niiiiiie sich selbst und ihre Wirkung auf andere hinterfragen! Und davon kenne genug!!! Sie sind es die den Betrieb lähmen,, ach ich könnte Stunden weiterschreiben!! Genieße deinen geplatzten Knoten und stecke damit alle an ;)).
    Falls ich es richtig im Kopf habe, kommst du doch aus Köln oder?? Wenn ja, schau mal bei mir vorbei. Vielleicht habe ich etwas gebloggt, was dir gefallen könnte!!
    Ganz liebe Grüsse Elisabeth

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